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|  Tradition in Göttingen: Frischgebackene Doktoren müssen das Gänseliesel küssen
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Alles was man braucht
Wer durch Göttingens Sträßchen schlendert sollte die Augen offen halten. Nicht nur, um keines der hübschen Fachwerkhäuser und keine der zahlreichen Kirchen zu verpassen, sondern auch um unversehrt zu bleiben: Die Göttinger, Studierende wie Bürger, fahren mit dem Rad und das nicht zimperlich!
Bodenständiges Städtchen
Mit seinen knapp 130.000 Einwohnern liegt Göttingen in einer eher dünn besiedelten Region Deutschlands, ganz im Süden des Bundeslandes Niedersachsen. Ein Viertel der Einwohner studieren oder arbeiten an der Universität. Viele der Studierenden sind ganz bewusst nach Göttingen gegangen, denn nicht nur die Universität genießt einen ausgezeichneten Ruf, auch die Stadt ist bei den jungen Leuten außerordentlich beliebt: ″Göttingen ist keine Metropole, sondern eher bodenständig, aber es ist alles da, was man braucht."
Historische Innenstadt
Ein Besuch in der Stadt ist wie eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, denn während des Zweiten Weltkriegs blieb Göttingen zu großen Teilen unversehrt. Die historische Innenstadt wird vom ″Wall″ - früher die mittelalterliche Stadtmauer, heute ein Grüngürtel - umgeben. Viele der repräsentativen Gebäude in der Innenstadt von barock bis klassizistisch sind oder waren Universitätsgebäude. Die 1737 gegründete Georg-August-Universität prägt das Leben in Göttingen nach wie vor. Auch wenn Lehre und Forschung heute hauptsächlich auf dem Nordcampus und dem geisteswissenschaftlichen Campus außerhalb der Innenstadt stattfinden.
Göttingens kluge Köpfe
Wer in Göttingen studiert, tritt in große Fußstapfen: Der Mathematiker Friedrich Gauß hat hier ebenso geforscht wie die Brüder Grimm, die in Göttingen den Grundstein für das Wissenschaftsfach Germanistik legten. Auch Otto von Bismarck oder der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder haben in der niedersächsischen Stadt studiert. Und nebenbei sind auch noch zwölf Nobelpreise, meist für Chemie und Physik, an Göttinger Forscher vergeben worden.
Küsschen für ″das Gänseliesel″
Zentraler Platz in Göttingen ist der Marktplatz mit dem mittelalterlichen ″Alten Rathaus″ und dem ″Gänselieselbrunnen″. Auf dessen Stufen sitzen bei gutem Wetter Touristen wie Göttinger, richtig voll wird es dort aber, wenn frisch promovierte Doktoren in geschmückten Wagen zum Brunnen gezogen werden. Wer in Göttingen seinen Doktor macht, muss ″das Gänseliesel″ küssen, bis heute ist das feste Tradition. Und wer das Bronzemädchen unter Gejohle, und manchmal auch unter Wasserbombenbewurf der Kommilitonen, geküsst hat, gibt ihm zum Dank einen Blumenstrauß. Umsonst ist eben nichts.
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