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|  Festzug auf dem Biberacher Schützenfest
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"Es schützelet"
Vor dem "Alten Haus" werden die Männer massiv zum Küssen aufgefordert. Wer sich weigert, erntet den Zorn der Menge. "Schützaküsse" sind Pflicht. Erst die zweiten und dritten Küsse sind pures Vergnügen. Die sind nämlich freiwillig. Da wird die Geküsste schnell zum "Schützaschatz": Eine Liebe für acht Tage.
Das Fest der Feste
So lange dauert nämlich das Schützenfest immer in der ersten Juliwoche. Und das bedeutet: Marschmusik tagaus, tagein. Montag und Dienstag ist Ausnahmezustand in Biberach. Da kapitulieren selbst Arbeitgeber und Schulen. Bunt kostümiert ziehen Kinder und Erwachsene durch die Stadt. Sind die Festzüge beendet, verschwinden die einen auf den Gigelberg und spielen Mittelalter. Ochsen werden gegrillt und stilechte Zelte bewohnt. Die anderen stehen vor den Kneipen in der Schlange. Und weil die schon längst aus allen Nähten platzen, wird auf der Straße weitergefeiert. Tagaus, tagein und besonders des Nachts.
Gute Kondition
Biberacher - oder Biber, wie sie sich selbst nennen - haben darin Übung. Sie teilen sich die Tage mit ihrem Alkoholkonsum geschickt ein. Denn sie wollen durchhalten. Besucher, die zum ersten Mal kommen, müssen das erst noch lernen. Eins dürfen sie allerdings nicht vergessen: Die Rose am Revers. Das "Schützarösle" zeugt nicht nur von der Liebe zum Schützenfest. Zeigt die Blüte nach oben, symbolisiert das: "Bin leider schon vergeben". Wird die Rose nach unten getragen ist die Botschaft klar: "bin noch zu haben".
Eine Liebe für\'s Leben
Das Leben läuft schon recht ruhig und beschaulich ab in Biberach. Gewohnt wird in hübschen Häuschen, inmitten von vielen Parks. Rasen betreten? Da sei Gott vor! Ballspielen auf dem Kinderspielplatz? Das wird per Schild untersagt. Gäbe es da nicht das Team vom Weberberg, könnte man verzweifeln. Aber die haben eine Seite im Internet geschaffen, auf der die Besonderheiten der Biber liebevoll aufs Korn genommen werden.
Wer neu nach Biberach kommt, staunt erst einmal. Und Neue kommen viele, denn in Biberach haben sich viele Unternehmen angesiedelt, die weltweit agieren. Die Neuen, das wissen die Biberacher schon lange, brauchen ungefähr ein Jahr. Dann haben sie sich an Leben und Stimmung gewöhnt, manchmal sogar verliebt. Weg will dann jedenfalls keiner mehr.
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