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|  Im Übungssaal der Hochschule für Kirchenmusik
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| Studieren in Rottenburg am Neckar
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Katholische Hochschule für Kirchenmusik
Der Campus der Hochschule liegt am nördlichen Stadtrand. Von hier hat man einen guten Blick auf die tiefer gelegene Innenstadt und den Neckar. Nur zwei Gebäude gehören zur Hochschule: ein altes kleines Haus und ein nicht gerade besonders hübsches Betongebilde aus den 60/70er Jahren. Als Ausgleich gibt es drum herum viel Grün, hinter dem Haus geht das Gelände über in Felder und Wiesen. Musikstudent Roman schwärmt: "Wir haben hier Äpfel aus eigenem Anbau!"
Üben unter dem Kruzifix
Innen erweist sich der Betonbau als erstaunlich hell, im Vorraum thront ein großes hölzernes Kruzifix über einer Sitzgruppe. Daneben das schwarze Brett, eins, das reicht für die rund 40 Studierenden der Fachhochschule. Zur Zeit scheint der Grippevirus zu grassieren, mehrere Krankmeldungen von Professoren werden bekannt gegeben. Und das Sekretariat kennt die Herzen der Studierenden, wenn angeschlagen steht: "Vielleicht nicht geübt? Glück gehabt, Kurs bei Prof. X fällt aus!"
Stimmbildung und Stress
"Sonst haben wir viel zu tun", erzählt Silvia, die im vierten Jahr studiert. "Das Arbeitspensum ist groß, man muss viel üben." Kein Wunder, werden doch so unterschiedliche Dinge verlangt wie gregorianischer Gesang, Stimmbildung, Orgelimprovisation oder Dirigieren. So mancher, der dachte, ein Kirchenmusikstudium bestehe hauptsächlich aus Orgelspielen, ist überrascht von den Anforderungen. Manche brechen ihr Studium deshalb in den ersten Semestern wieder ab.
Schnuppern im C-Kurs
Roman, der auch im AStA engagiert ist, empfiehlt deshalb als Einstieg das sogenannte C-Studium. Der C-Kurs, der als Ausbildung für nebenberufliche Kirchenmusiker gedacht ist, gilt intern als eine Art Vorbereitungskurs. "Da kann man in einem Jahr schon mal schauen, ob es wirklich das richtige für einen ist, man kriegt einen guten Einblick in Alltag und Anforderungen des Studiums."
Bleiben im B-Studium
Wer sich entscheidet, dabei zu bleiben, beginnt das sogenannte B-Studium. B wie Berufsqualifizierend. In acht Semestern wird man zum staatlich anerkannten Kirchenmusiker ausgebildet. Und die Studierenden loben ihre Hochschule. "Nirgends findet man so gute Möglichkeiten wie in Rottenburg."
Und da ist was dran. Allein im Hochschulgebäude gibt es 14 Flügel bzw. Klaviere und sieben Orgeln. Und in der Stadt selber stehen mehrere große Kirchenorgeln den Studierenden zur Verfügung. "Es ist schon ein tolles Gefühl, auf der 80 Register Orgel zu spielen statt auf der Übungsorgel" schwärmt ein Studierender.
Kostenlose Qualität
Eiko ist eine der sechs internationalen Studierenden an der Hochschule für Kirchenmusik. "Hier in Deutschland gibt es einfach ganz andere Möglichkeiten", erklärt sie ihre Motivation, von Japan aus nach Rottenburg zu kommen. Ihr Orgelprofessor daheim hatte ihr die Hochschule ans Herz gelegt, er hatte selber vor 20 Jahren hier am Neckar studiert. Besonders begeistert Eiko, dass die Ausbildung und das Benutzen der Orgeln nichts kostet. "In Japan muss man bis zu 100 Euro für eine Übungsstunde an der Orgel bezahlen", erzählt sie.
Hier funktioniert die Ökumene
Montag und Dienstag sind die ökumenischen Tage in Rottenburg. Dann nämlich ziehen die Rottenburger Musikstudenten nach Tübingen und ihre Kommilitonen von der dortigen evangelischen Musikhochschule nach Rottenburg. Denn zwischen beiden Hochschulen gibt es eine enge Kooperation, gerade in den Bereichen, die unterschiedlich sind. So studieren die Katholiken in Tübingen Popmusik und die Evangelischen in Rottenburg Sprecherziehung.
Tübingen lockt
Auch sonst übt Tübingen schon eine gewisse Anziehung aus auf die Studenten in Rottenburg. Die Nachbarstadt mit ihrer geradezu sprichwörtlich riesigen Studentenszene ist nur 15 km entfernt. Dort gibt es alles was das Studentenherz begehrt, Dutzende von Cafés, Bücherstuben, Kinos, Theater ... wie praktisch, dass man ohnehin zweimal die Woche da sein "muss".
Hochschule für Forstwirtschaft
Auch die angehenden "Förster" studieren in familiärer Atmosphäre. Die Fachhochschule für Forstwirtschaft liegt schon jenseits des engeren Stadtgebietes. Mitten in den Feldern, am Rande des Waldes liegt das frei stehendes Gehöft, in dem die Forstwirtschaftliche Hochschule untergebracht ist. Logisch, dass bei der Lage eine enge Zusammenarbeit zwischen der Forsthochschule und den örtlichen regionalen Forstbetrieben und Einrichtungen möglich ist. Die Studierenden können mit ihren Forschungen quasi direkt hinter der Tür beginnen. Den Absolventen winken gute mittelfristige und langfristige Berufsaussichten: In staatlichen Forstämtern oder auch in der Privatwirtschaft etwa bei Bau- und Holzwirtschaft.
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