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Gute Laune für alle
"Zum Lachen gehen die Deutschen in den Keller." Ein böses Vorurteil. Und es stimmt auch nicht. Zum Beispiel Rosenmontag in Köln: Wildfremde Menschen - als Papst, Pinguin oder Pilot verkleidet - umarmen und küssen sich. In den Kneipen wird zu Liedern mit so vielsagenden Texten wie "Die Karawane zieht weiter, der Sultan hat Durst" geschunkelt, die Gastwirte machen 40 Prozent ihres Jahresumsatzes, und die Gäste danken es mit einem und mehr Promille Alkohol im Blut. Sie beginnt am 11.11. um 11 Uhr 11: Die fünfte Jahreszeit, die im Westen der Republik "Karneval" und im Süden "Fastnacht" oder "Fasching" heißt. "Organisierte Fröhlichkeit" nennen Karnevalsmuffel das Ganze und fliehen in karnevalsfreie Zonen nach Norddeutschland oder Berlin.
In der Hauptstadt dagegen kannte man eine andere organisierte Riesenfete: Die "Loveparade", wo - bis zum Aus im Jahr 2004 - jeden Sommer hundertausende Raver zu Technomusik abtanzten und sich einfach lieb hatten. Ansonsten meidet man in Deutschland Familienfeiern, wo man unweigerlich Onkel Manfred und Tante Heidi trifft. Auch Partykeller sind out. Feuchtfröhliche Runden in tageslichtfreien Zonen, das war einmal - in den 60er und 70er Jahren. Im Keller stapeln sich mittlerweile die Plattensammlungen und die Reste der letzten Aufräum-Aktion. Lieber wird selbst der kleinste Balkon zur Grillparty genutzt, und sogar in Treppenhäusern wurden schon Hausfeste gesichtet.
Gern feiert man im Fußballstadion den Sieg der Lieblingsmannschaft, und wenn Deutschland mal eine Europa- oder Weltmeisterschaft gewinnt, was jetzt schon wieder ein Weilchen her ist, herrscht auf den Straßen Chaos.
In Geburtstage wird am liebsten reingefeiert, und an den Unis sind die so genannten "Erstsemester-Feten" berüchtigt. Ansonsten gilt, wie überall: Feste feiern, wie sie fallen.
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