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11.03.2010
 
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Flirten





Jede Sekunde zählt

Nach 30 Sekunden ist alles entschieden. Das hat ein deutscher Verhaltensforscher herausgefunden. Nach einer halben Minute wissen Männlein und Weiblein, ob sie miteinander können - beziehungsweise wollen - oder nicht, so das Ergebnis seiner Untersuchung. Wer den rechten Augenaufschlag nicht verpennen will, muss sich also beeilen. Und etwas Wichtiges beachten: Auch in Deutschland ist die plumpe Anmache nach dem Motto: "Haste heute abend schon was vor?" endgültig out. Der tiefe Blick und gute Manieren ziehen da schon eher.
Flirten ist "mit den Augen bei den Händen fassen", hat der deutsche Schriftsteller und Journalist Kurt Tucholsky gesagt. Übertriebenes lautes, männliches Gehabe stört da nur; ohnehin haben zuletzt 68 Prozent aller Frauen in einer Umfrage zugegeben, dass sich ihre Herzfrequenz erhöht, wenn "er" ihr in den Mantel hilft. Als wichtigster Flirtverhinderer wird übrigens von Frauen wie von Männern der Alkohol angesehen.

Insgesamt gibt man sich in Deutschland emanzipiert - im Restaurant zahlt jeder für sich selbst und natürlich "baggern" auch Frauen ganz selbstverständlich Männer an. Trotzdem: Selbst beim Flirten strebt der Deutsche nach Perfektion. Darum gibt es Flirtschulen, in denen die entscheidenden Schritte zum Erstkontakt geübt werden können. Eine Volkshochschule im Ruhrgebiet bietet sogar Hilfe beim grenzüberschreitenden Flirten an. Dort erhält der Nachschulungsbedürftige so wichtige Informationen wie zum Beispiel die, dass das italienische Gegenstück zur Briefmarkensammlung, mit der ein potenzieller Partner in die eigenen vier Wände gelockt werden soll, die Schmetterlingssammlung ist und dass man eine ungewollte Anmache nicht einfach mit "Hau ab" beendet, sondern poetischer: "Kauf dir doch einen Wald und geh darin verloren."




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BWL-Studentin Faru Sharma aus Indien schätzt das lockere Geschlechterverhältnis in Deutschland 



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