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02.09.2010
 
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Sport und Freizeit





Freizeit ohne freie Zeit?

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl hat dafür Prügel erhalten - für sein Wort vom “Freizeitpark Deutschland.” Seine Kritik, dass man in Deutschland nicht mehr wisse, was es heißt “richtig zu arbeiten”, konnte angesichts von damals vier Millionen Arbeitslosen nicht gut ankommen. Trotzdem: Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hatten wir eine Arbeitsgesellschaft mit Freizeiten. Heute haben wir eine Freizeitgesellschaft mit Arbeitszeiten. Und das in einem Land, in dem Martin Luther einst die Wichtigkeit von “Müh’ und Arbeit” herausgestellt hatte. Nie hatte man in Deutschland so viel Freizeit wie heute, was nicht heißt, dass man freie Zeit hat. Schließlich gilt es, mit all seiner Zeit etwas Sinnvolles anzufangen, was dann zwangsläufig zu dem Phänomen “Freizeitstress” führt. Schließlich muss man im Kino den angesagten Film sehen, und ein Buch zu lesen macht ja auch nicht dümmer. Und wenn einem das Videospielen oder Internetsurfen mal zu langweilig wird, trifft man sich mit seinen Freunden in der Kneipe, um über das nächste Urlaubsziel zu quatschen.

Für keine Freizeitaktivität geben die Deutschen soviel aus wie für den Urlaub, dicht gefolgt vom Autofahren, noch vor Sport und Computer. Wenn noch Zeit ist, geht’s ins Fitnessstudio, den Wohlstandsbauch abtrainieren, nach dem postolympischen Motto: schöner, schlanker, fitter. Ohne den klassischen Vereinssport verdrängen zu können (es heißt nicht umsonst: Wo sich zwei Deutsche treffen, gründen sie einen Verein), wurde bislang noch jede aus den USA herüberschwappende Welle mitgemacht - vom “Walking” bis zum “Rope-Skipping”, zu Deutsch: Seilspringen.





Weitere Informationen   



Deutscher Sportbund (DSB)
www.dsb.de

Deutscher Fußballbund (DFB)
www.dfb.de













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