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|  Asterix off Säggssch (auf Sächsisch): "Mir sin das Volk!"
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Mundarten und Dialekte
82 Millionen Deutsche sprechen eine Sprache – im Prinzip!
Wie in vielen anderen Sprachen auch gibt es im Deutschen ganz erhebliche regionale Unterschiede – und das kann selbst unter Muttersprachlern schon einmal zu Missverständnissen führen: Auf dem Markt am Ulmer Münster heißen Erdbeeren plötzlich "Bräschdleng" oder Kartoffeln "Krumbiere". Und im deutschen Kinderfernsehen sagt Käpt’n Blaubär nicht "Guten Morgen", sondern wie ein echter Küstenbewohner "Moin Moin".
Deutschland ist geprägt durch eine Vielfalt von Dialekten, und nahezu jede Region in Deutschland hat ihre eigene Mundart. Das Standarddeutsche lernt zwar jedes Kind in der Schule, aber Bayerisch, Friesisch, Schwäbisch, Pfälzisch, Sächsisch und viele mehr sind die regionalen Varianten, und manchmal – wie etwa in Köln oder Berlin – haben sogar Städte ihren eigenen Dialekt.
Sprache ist Identität
Deutsche Mundarten waren in den vergangenen Jahrzehnten stark rückläufig, galten sie doch als "verstaubt" oder provinziell. Doch in den letzten Jahren entwickelt sich wieder ein neues Bewusstsein für den -politisch so lange verpönten- Begriff von Heimat und damit auch eine Rückbesinnung auf den Wert der eigenen Sprache als Teil der kulturellen Identität.
Von der "Akademie för uns kölsche Sproch" bis hin zum "Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V." gibt es immer mehr Institutionen, die sich der Pflege, Erforschung und Förderung von Regionalsprachen verpflichtet fühlen. "Liebe zu unserer Heimat, deren Sprache und Musik“ – so wirbt zum Beispiel das rheinische Mundart-Net(z) auf seiner Homepage. Es gibt Mundartwettbewerbe für Schüler, Mundartarchive, schwäbisches, kölsches und bayerisches Kindertheater und sogar mehr als 50 Mundart-Bände der Comic-Hefte "Asterix und Obelix". Da trifft Asterix "op Kölsch" auf "dat Kleo mit dem lecker Näsje" – und mitnichten ist Kleopatras Nase besonders schmackhaft, sondern (wie Kölner Leser wissen) auffallend hübsch. Ein anderes Mal muss Asterix plötzlich Babyschwäbisch lernen, weil er "uf oemol so a kloes Butzewaggele em Haus hot" – das ist schon schwieriger. Aber wer Schwäbisch kann, weiß: Der tapfere Gallier hat nur ein kleines Kind im Haus.
Schon Goethe stellte fest: "Jede Region liebt ihren Dialekt". Und als Teil der regionalen Identität ist Dialekt auch heute wieder "in", gerade unter jungen Menschen.
Ein Brötchen ist "Semmel" ist "Schrippe" - je nachdem
Für alle, die Deutsch als Fremdsprache lernen und dann unvermittelt auf Auswüchse deutscher Mundart prallen, kann die sprachliche Vielfalt allerdings auch schon einmal verwirrend sein. Aber es sei ihnen ein Trost, dass es selbst Muttersprachlern nicht immer leicht fällt, sich im Dialekt-Babel zu behaupten.
In Hannover ist man auf der sicheren Seite – angeblich sprechen die Hannoveraner das reinste und dialektfreieste Deutsch. In Schwaben, Bayern, Sachsen oder Berlin dagegen kann man die regionale Vielfalt der deutschen Sprache erleben und richtig "bodenständig" und "erdverbunden" deutsch lernen – und wird dort garantiert mit einem anerkennenden Lächeln belohnt, wenn man die Brötchen als "Semmeln" oder "Schrippen" bestellt...
Andrea Rummel
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