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Was bedeutet LL.M?

14/11/2019 - 10:05-0 Comments by | russia flag

An der Universität Regensburg habe ich LL.M gemacht. Immer, wenn ich das gesagt habe, haben die Menschen komische angeguckt und danach gleich gefragt: «Was bedeutet eigentlich LL.M?».

Auf der Webseite meines Programms steht, dass LL.M ein Studiengang für im Ausland graduierte Juristen ist. Also LL.M ist eigentlich Masterprogramm, aber mit Besonderheiten. Zum Beispiel soll das Studium eigentlich nur 1 Jahr dauern, wobei ganz normales (also üblich) Masterstudium dauert 2 Jahre. Nach einem Jahr LL.M bekommt man einen Titel «legum magister» (LL.M). Das kann man später auf Visitenkarten oder als Zusatz für Unterschrift im E-mail schreiben. 

Mein Studiengang sollte einen Überblick über das deutsche Rechtssystem geben und einen Vergleich mir dem Heimatrecht ermöglichen. Es gibt aber auch andere LL.M-Studiengänge. Zum Beispiel in München gibt es

das Aufbaustudium in den Grundzügen des Deutschen Rechts

das Aufbaustudium im Europäischen und internationalen Wirtschaftsrecht

Viele Juristen sehen die LL.M (Master of Laws) als ein international anerkannter Postgraduirten-Abschluss. Das heißt, dass deutsche Studenten auch ein LL.M im Ausland machen können, was aber nicht so üblich ist, da deutsche Jura-Studenten mehr auf die beiden Staatsexamen konzentriert sind.

Im Rahmen meines Studiengangs musste ich im ersten Semester die Vorlesungen und Seminare besuchen, die Klausuren schreiben und auch eine Seminararbeit verfassen. Im zweiten Semester muss man eine Masterarbeit schreiben. Dafür hat man drei Monate nachdem man das Thema gewählt und registriert hat. Nachdem die Note bekannt wird, ist man eigentlich fertig und kriegt das Abschlusszeugnis. In Bayern ist das aber ein bisschen anders. Außer Masterarbeit musste ich auch Magisterprüfung ablegen. Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf:

Grundzüge des deutschen Bürgerlichen Rechts

Grundzüge des deutschen Strafrechts und

Grundzüge des deutschen Verfassungsrechts.

Die Prüfung wird in einem Termin durch je einen Prüfer für jedes Fachgebiet abgenommen. Meine Magisterprüfung habe ich schon bestanden. Da die Prüfung so viel Prüfungsstoff enthalten hat, habe ich für mich ein System entwickelt. Ich habe 3 Tage Strafrecht, danach 3 Tage Verfassungsrecht und danach noch 3 Tage Verfassungsrecht. Danach nicht eine Runde, und noch eine. Das war gar nicht einfach, aber man kann das schaffen. Ich habe geschafft 🙂

Ich (genau wie viele andere LL.M-Studenten) sehen LL.M als Chance, Auslandserfahrung zu sammeln. Man bekommt juristische Sprachkenntnisse, andere Arbeitswesen und Rechtstraditionen und auch viele neue Kontakte. Ich persönlich werde das LL.M-Studium weiter empfehlen. Das mache ich eigentlich schon, wenn ich für Studenten aus Russland die Studienreisen nach Deutschland organisiere. Einige sind schon total begeistert. Also vielleicht kommen noch mehr Studenten im WS 2020/21, um Jura in Deutschland zu studieren.

 

Tags: Student Life

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