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Wege nach dem Studium in Deutschland

Wenn du nach deinem Studium in Deutschland arbeiten möchtest, ist dies in der Regel problemlos möglich. Da du durch dein abgeschlossenes Studium in Deutschland eine Hochschulqualifikation erhalten hast, kannst du meist direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen.

von: Redaktion (Stand: Juni 2019)

Studierende vor Hochschule © DAAD/Jan Zappner
Studierende nach dem Studium . © DAAD/Jan Zappner

Was musst du beachten?

> Anerkennung von Bildungsabschlüssen

Wenn du deinen Abschluss im Ausland und nicht in Deutschland gemacht hast (egal ob du aus der EU oder einem Drittstaat kommst), solltest du prüfen, ob dein Abschluss in Deutschland anerkannt ist. Für manche Berufe ist es Pflicht, deinen Abschluss anerkennen zu lassen, auch manche Arbeitgeber fordern diese Anerkennung explizit.

> Visum

Wenn du aus der EU kommst, kannst du aufgrund der Gesetze ohne ein Visum in Deutschland arbeiten.

Wenn du aus einem Nicht-EU-Land kommst, benötigst du ein Visum, wenn du in Deutschland arbeiten möchtest.

Ab voraussichtlich Frühjahr 2020 wird es ein neues Gesetz geben (Fachkräfteeinwanderungsgesetz), welches Personen aus Drittstaaten leichter ermöglicht, in Deutschland zu arbeiten.

Welches Visum du in Deutschland benötigst, hängt von der Arbeit, die du in Deutschland ausüben möchtest, ab. Eine Übersicht über alle Arten von Visa findest du auf der Webseite von Make it in Germany:

https://www.make-it-in-germany.com/de/visum/arten/arbeiten/

Info: Blaue Karte EU (Bluecard)

Die Blaue Karte EU ist eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für hoch qualifizierte Fachkräfte, die aus Nicht-EU-Staaten kommen. Eine Blaue Karte erhältst du, wenn du einen Hochschulabschluss besitzt sowie bereits einen Arbeitsvertrag mit einem bestimmten Mindestgehalt vorweisen kannst. Mit der Blauen Karte EU kannst du schon nach 33 Monaten Beschäftigung eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erhalten.

Welche Möglichkeiten gibt es?

In Deutschland gibt es für dich unzählige Möglichkeiten in die Arbeit einzusteigen. Hier findest du eine Übersicht über die gängigsten Bereiche und deren Besonderheiten.

Existenzgründung

Frau erklärt Mann etwas © DAAD/Jan Zappner
Beratung zur Existenzgründung . © DAAD/Jan Zappner

Du hast DIE innovative Idee und möchtest dich selbstständig machen und z.B. ein eigenes Unternehmen gründen?

Auf der Webseite der Fachstelle für Migrantenökonomie findest du alle relevanten Informationen für die Existenzgründung für dich als Studierende/Studierender oder Akademiker.

Die Umstände und Gegebenheiten für eine Existenzgründung sind unterschiedlich je nachdem aus welchem Land du kommst und welchen Aufenthaltsstatus du in Deutschland hast.

Für manche Berufe musst du eine spezielle Qualifikation nachweisen, wenn du selbstständig arbeiten möchtest. Diese Berufe nennen sich dann reglementierte Berufe (z.B. medizinische Berufe). Bei Existenzgründungen wird außerdem zwischen gewerblichen Berufen und freien Berufen (z.B. Arzt, Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer, Dolmetscher, Künstler) unterschieden. Diese Unterscheidung hat Auswirkungen auf die steuerliche Abrechnung und darauf, ob du ein Gewerbe anmelden musst.

Hochschule/Forschung

Du möchtest gerne weiter in der Forschung tätig sein? Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten für dich.

Meist sind die Stellen in der Forschung an Hochschulen befristet, da sie an ein bestimmtes Projekt gebunden sind. Jobs in der Forschung gibt es jedoch nicht nur an Hochschulen, sondern auch in Forschungseinrichtungen und in der Industrie kannst du tätig werden. Oft besitzen Unternehmen eigene Forschungsabteilungen.

Alle weiteren Informationen findest du auf www.research-in-germany.org .

Wirtschaft

In Deutschland gibt es neben großen Unternehmen auch Klein- und mittelständische Unternehmen.

Mittelständische Unternehmen, oft auch als „Mittelständler" bezeichnet, haben nur mehrere hundert Angestellte. Rund 95 Prozent der deutschen Unternehmen gehören dazu. Sie gelten oft als „Hidden Champions", denn viele haben ihren Hauptsitz in kleineren Orten – und sind auf dem Weltmarkt führend. Viele Mittelständler sind Familienunternehmen, das heißt, sie werden von einer Familie geleitet.

Kleine Unternehmen sind Unternehmen, die nicht mehr als 17.500 € im Jahr einnehmen. Das bedeutet, wenn du ein eigenes Unternehmen gründest, zählst du meist zu dieser Gruppe.

In Deutschland sind 99,6 % aller Unternehmen Klein- oder mittelständische Unternehmen. Die meisten bekannten Produkte aus Deutschland, die „Made in Germany“ sind, zählen zu diesem Sektor. In der Wirtschaft sind die Gehälter oft verhandelbar und steigen meist je nach Gewinn pro Jahr.

Öffentlicher Dienst/NGOs

Der öffentliche Dienst bezeichnet in Deutschland die Tätigkeit von Personen der öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Anstalten oder Stiftungen. Man ist beim Bund, den Bundesländern oder in Landkreisen angestellt, hierzu gehören z.B. Richter, Angestellte bei der Stadt oder Lehrer, die im Beamtenverhältnis an Schulen arbeiten.

Die Tarifverträge werden meist im Bund als TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst), bei den Ländern als TV-L (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder) und bei den Kommunen TvöD-VKA ( Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Kommunen - Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) bezeichnet. Für Ärzte und Beamte gelten eigene Tarifverträge.

Teilweise sind NGOs oder Institutionen und Stiftungen zwar nicht an den öffentlichen Dienst angegliedert, aber angelehnt. Das bedeutet, die Tarifverträge gelten hier genauso für die Bezahlung. Auch alle arbeitsrechtlichen Bedingungen, die im öffentlichen Dienst gelten, müssen eingehalten werden.

In Tarifverträgen sind das Gehalt und die Gehaltserhöhung festgelegt sowie arbeitsrechtliche Bedingungen, zu denen unter anderem gehört, dass man nach 2 Jahren entfristet wird oder eine betriebliche Altersversorge erhält. Oft erhältst du bei Versicherungen oder anderen Verträgen eine geringfügige Vergünstigung, wenn du nachweisen kannst, dass du im öffentlichen Dienst tätig bist. Der Arbeitsplatz gibt daher oft eine größere Sicherheit als in der freien Wirtschaft.

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