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Der Hamburger Hafengeburtstag

Was wäre Hamburg ohne seinen Hafen? Seit mehr als hundert Jahren heißt er Schiffe aus aller Welt willkommen und ist die wichtigste Basis für die Hamburger Wirtschaft. Kein Wunder also, dass die Stadt jedes Jahr ein großes Fest zu seinem Geburtstag veranstaltet. Der Hafengeburtstag zieht jedes Jahr Touristen aus der ganzen Welt und Einheimische in die Stadt an der Elbe.

von: Florian Schubert

Schiffe am Hafen  © DAAD/Florian Schubert
Hamburger Hafen . © DAAD/Florian Schubert

Der Hamburger Hafen: „Tor zur Welt“

Wenn du nach Hamburg kommst, kann dir der Hafen der Stadt kaum entgehen. Bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof siehst du die vielen Kräne und Container, und auch die Autobahn 7 führt durch den Containerhafen hinein in die Stadt. Von den Landungsbrücken aus kannst du den Hafen dann in seiner ganzen Größe bewundern und an der Gaststätte “Willkomm Höft“ werden die einlaufenden Schiffe mit der Nationalhymne des Landes begrüßt, in dem sie registriert sind. Der Hafen und die Schifffahrt waren für die Hamburger Wirtschaft schon immer sehr wichtig, in der ganzen Stadt siehst du noch Spuren der alten „Hanse“, der alten Handelsstadt. Früh schon wurde hier mit Salz und Gewürzen gehandelt, das hat die Stadt Hamburg reich und wichtig gemacht, heute ist der Hafen einer der größten Europas.  Doch nicht nur Container gelangen über die riesigen Schiffe in die Stadt, auch große Kreuzfahrtschiffe laufen den Hafen regelmäßig an. Insgesamt kommen Schiffe aus über 170 Ländern über die Elbe in die Stadt und geben der Stadt so eine ganz besondere Internationalität und machen sie zu einem „Tor zur Welt“. Wenn du in Deutschland Kaffee kaufst, war dieser bestimmt einmal im Hamburger Hafen!

Hafenstege © DAAD/Florian Schubert
Hamburger Hafen . © DAAD/Florian Schubert

Offiziell wurde der Hafen am 7.Mai 1189 gegründet, er ist also schon sehr alt! Am Anfang hielten hier vor allem noch kleine Schiffe aber im Laufe der Zeit wurde der Hafen immer größer und damit auch die Stadt Hamburg. Seit etwa dem 14. Jh. ist Hamburg Mitglied der Hanse. Das war eine Vereinigung von Handelsstädten die in der damaligen Politik besondere Rechte bekommen haben. So hatten sie ein eigenes Konsulat in anderen Ländern und unterhielten Kontore, ein alter Name für Lagerhäuser, in Partnerstädten.  Neben Hamburg gibt es zum Beispiel noch Bremen, Rostock und Lübeck und ein paar kleine Städte.

Der erste Hafengeburtstag wurde im Jahr 1977 gefeiert. Seitdem wird er jedes Jahr Anfang Mai drei Tage lang gefeiert.

Was passiert auf dem Hafengeburtstag?

Der Hafengeburtstag dauert ein Wochenende und beginnt entweder am Donnerstag oder am Freitag mit der „Einlaufparade“. Viele Schiffe besuchen den Hafen und kommen an diesem Tag an. Sie werden von den Besuchern an den Landungsbrücken begrüßt und die Nationalhymne ihrer Herkunftsländer wird gespielt. Diese Paraden werden auch live im Fernsehen übertragen. Wenn du dich für die einzelnen Schiffe interessierst, findest du im Internet eine Liste von all den Schiffen die teilnehmen. Jedes Jahr kommen ein paar feste Besucher aber es werden auch immer neue Schiffe aus der ganzen Welt eingeladen.

Altes Segelschiff © DAAD/Florian Schubert
Altes Segelschiff . © DAAD/Florian Schubert

Dann ist die Hafenmeile eröffnet! Hier findest du entlang des Hafens viele Stände und Läden die typisch deutsches und typisches Hamburger Essen anbieten. Du solltest unbedingt ein Fischbrötchen probieren, die Spezialität in Hamburg! Außerdem kannst du viele typische Volksfestspiele ausprobieren, zum Beispiel Dosenwerfen. Es gibt große und kleine Bühnen auf denen Bands spielen. Entweder gibt es sehr bekannte internationale Lieder oder typisch norddeutsche „Shanties“, das sind alte Seemanslieder die in Hamburg noch bekannt sind.

Am Samstag gibt es immer das „Schlepperballett“. Auf der ganzen Welt gibt es das nur in Hamburg. Schlepper werden die kleinen Schiffe genannt, die die großen Containerfrachter in den Hafen ziehen und ihnen helfen zu manövrieren ohne im engen Hafen irgendwo anzustoßen. Sie sind sehr beweglich und können deswegen auch Ballett tanzen! Das klingt interessant oder? Wenn du ganz vorne stehst kann es auch passieren, dass du selbst ein wenig nass wirst. Abends gibt es dann meistens ein großes Feuerwerk.

Am Sonntag findet die Auslaufparade statt. Sie ist das Gegenteil zur Einlaufparade, die Schiffe die zu Gast waren verabschieden sich und fahren zurück in ihren Heimathafen.

Das aktuelle Programm und viele Fotos der Hafengeburtstage in den letzten Jahren findest du im Internet!

Interview mit Risa aus Japan

Portrait von Mädchen aus Japan © DAAD/Florian Schubert
Risa aus Japan . © DAAD/Florian Schubert

Risa Yoshizumi (22 Jahre alt) ist momentan Austauschstudentin an der Uni Hamburg. Sie studiert Germanistik und ist seit April in Hamburg. Hier berichtet sie von ihrem Besuch auf dem größten Hafengeburtstag der Welt.

Als ich nach Hamburg gekommen bin, habe ich gehört, dass das Wetter hier oft nicht sehr gut sein soll, doch als wir zusammen auf den Hafengeburtstag gegangen sind war der Himmel strahlend blau!

Ich bin zusammen mit zwei Freundinnen, die ich während meinem Austausch kennengelernt habe, gegangen und wir hatten viel Spaß.

Als wir angekommen sind begann gerade die große Auslaufparade. Alle Schiffe, die den Hafen zum Geburtstag besucht haben, machen sich wieder auf den Weg nach Hause. Es gab sehr viele schöne Segelschiffe und auch ein paar sehr große Kreuzfahrtschiffe, das war sehr beeindruckend! Für jedes Schiff wurde die Nationalhymne gespielt, und ein Moderator hat etwas über seine Geschichte und Besatzung erzählt.

Rundfahrtschiff © DAAD/Florian Schubert
Hafenrundfahrt . © DAAD/Florian Schubert

Das Fest hat mich ein bisschen an Japan erinnert, denn da gibt es auch immer viele Stände für Essen und Trinken. In Deutschland gab es natürlich viel Wurst und auch Fischbrötchen! Es gab sogar Zuckerwatte, die gibt es auch in Japan, aber sie wird in Hamburg ganz anders gemacht, man bekommt sie nämlich in Tüten und nicht an einem Stock.

Die Stände haben mir sehr gut gefallen, weil sie sehr kreativ waren und keiner aussah wie der andere. Die Stimmung war sehr gut und wir haben viele Menschen getroffen die eine andere Sprache gesprochen haben: die Atmosphäre war sehr international. Ich habe gehört, dass Hamburg auch „Tor zur Welt“ genannt wird, und jetzt habe ich verstanden warum. Während dem Hafengeburtstag habe ich gemerkt, dass hier Einflüsse aus vielen verschiedenen Ländern ankommen. In meiner Uni in Japan bin ich im Fotoclub, deswegen hatte ich besonders viel Spaß daran Fotos von den Schiffen und Ständen zu machen, es gab viele tolle Motive und ich freue mich, wenn ich im nächsten Jahr wieder auf den Hafengeburtstag gehen kann.           

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