Dresdner Striezelmarkt

Eingang zum Strietzelmarkt
Eingang zum Strietzelmarkt© DAAD/Janine Funke

Traditionelle Buden, feines Kunsthandwerk, Fahrgeschäfte, Glühweinduft und leckeres Essen – so ungefähr fühlen sich die vielen Weihnachtsmärkte in deutschen Städten und Ortschaften an. Einer der ältesten findet jedes Jahr in Dresden statt: der Striezelmarkt.

Ein Weihnachtsmarkt mit Geschichte

Abdullah Elsayed, 33 Jahre alt, aus Ägypten, wartet neben dem kleinen Fahrgeschäft für Kinder – umringt von Buden, die verschiedenste Leckereien verkaufen und handgemachte Kerzen und Seifen anbieten. Es ist 10 Uhr morgens, der Striezelmarkt hat gerade eröffnet. Erste Bratwürste werden gebraten, der Duft von gebrannten Mandeln und aromatischem Glühwein steigt in die Nase. Noch ist es recht leer auf Deutschlands weltberühmtem Weihnachtsmarkt im Herzen Dresdens. „Man fühlt sofort die Geschichte“, sagt Abdullah. Die Geschichte des berühmten Dresdner Weihnachtsmarktes auf dem Altmarkt mitten im Zentrum der Stadt lässt sich bis ins Jahr 1434 zurückverfolgen. „Dieser Markt ist wirklich anders als die anderen, die Weihnachtsstimmung wird hier besonders gut transportiert.“

„Die viele Handarbeit auf den Märkten gefällt mir besonders gut, das sieht man nur zu dieser Jahreszeit“

Vor Abdullah steht die größte erzgebirgische Stufenpyramide der Welt. Dresden und seine Umgebung sind bekannt für traditionelle Holzkunst. Pyramiden sind in der Weihnachtszeit das Aushängeschild. Auf dem Striezelmarkt misst die Pyramide 14,62 Meter und hat es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

„Für mich ist das alles sehr neu“, berichtet Abdullah. „In meiner Heimat gibt es zu dieser Zeit kein großes Fest. In Deutschland ist die Weihnachtszeit ein echtes Ereignis. Es ist beeindruckend: Die Menschen gehen bei Minustemperaturen stundenlang auf die Straßen, um die Märkte zu besuchen und sich mit anderen zu treffen.“ Am Eingang des Striezelmarktes steht ein riesiger, begehbarer Schwibbogen aus Holz. Auch er gehört zu den größten seiner Art und wird traditionell in der Region gefertigt. „Die viele Handarbeit auf den Märkten gefällt mir besonders gut, das sieht man nur zu dieser Jahreszeit. Man lernt Dresden und Sachsen noch einmal besser kennen.“

Die Stadt wird zum Weihnachtsparadies

Internationale Studierende in Dresden nutzen die Weihnachtszeit, um mehr über deutsche Traditionen zu erfahren: „Wir treffen uns für Weihnachtsfeiern, backen und kochen gemeinsam. Die Weihnachtszeit ist auch für uns besonders“, berichtet Abdullah.

In Dresden kommt man um die Weihnachtsmärkte auch kaum herum. Für den Weg vom Hauptbahnhof bis zum Striezelmarkt brauchst du in der Weihnachtszeit ein bisschen länger als sonst. Nicht nur auf dem Altmarkt stehen den gesamten Dezember über Buden, sondern auch auf der gesamten Prager Straße. So kannst du schon auf dem Weg in die Altstadt den ersten Glühwein oder alkoholfreien Kinderpunsch trinken und dich in Weihnachtsstimmung versetzen.

Vom Striezelmarkt aus kannst du bequem die weiteren Teile der Dresdner Altstadt besuchen. „Neben der Frauenkirche gibt es einen weiteren, kleineren historischen Weihnachtsmarkt, der ebenfalls sehr sehenswert ist“, erzählt Abdullah.

Abdullah wird Weihnachten und Silvester in Deutschland feiern. „Ich werde Freunde treffen, wir kochen zusammen und machen uns einen schönen Abend. Natürlich vermisse ich gerade jetzt meine Familie, aber ich habe regelmäßig Kontakt zu ihr und schicke viele Bilder.“

Andere internationale Studierende feiern das Weihnachtsfest bei deutschen Freundinnen und Freunden oder nutzen die freien Tage, um herumzureisen.

  • Dresden
  • Freiberg
  • Freizeit