Bewerbungstipps

Jedes Unternehmen hat bestimmte Anforderungen an Bewerberinnen und Bewerber. Ebenso sollte das Unternehmen, für das du dich interessierst, auch zu dir passen. Daher solltest dich gut informieren. So punktest du im Anschreiben und im Bewerbungsgespräch.

Unterschiedliche Größe, ähnliche Ansprüche

Ausländische Studierende haben mit ihrem deutschen Hochschulabschluss in Deutschland in der Regel die gleichen Chancen wie deutsche Bewerberinnen und Bewerber. Generell lohnt es sich, schon während des Studiums durch Projekte und Hochschulgruppen Kontakt zu Unternehmen aufzubauen, die für einen späteren Job interessant sein könnten. Persönliche Kontakte können beim Einstieg in die Arbeitswelt sehr hilfreich sein.

Jobinteressenten tauschen sich aus
Jobinteressenten tauschen sich aus© DAAD/Jan Zappner

DAX-Unternehmen: Kenne die Firma!

„Schon vor dem ersten Kontakt sollte man sich ein genaues Bild von dem Unternehmen machen, die Internetseite durchstöbern oder Recherche im Internet betreiben“, empfiehlt Christian Fischer von der Deutschen Telekom. Im Vorstellungsgespräch gilt es dann zu zeigen, dass man gut informiert ist. Je genauer du erklären kannst, warum du dich gerade bei diesem Unternehmen bewirbst, desto besser. Und gerade bei großen Unternehmen erwarten Personalverantwortliche von Studierenden zumindest Basiswissen über aktuelle Entwicklungen: Zum Beispiel die großen Tageszeitungen und ihre Websites geben einen guten Überblick.

Mittelstand: Auch hier ist Vorbereitung gefragt

Auch wenn du dich bei einem mittelständischen Unternehmen bewirbst, solltest du vorher einen genauen Blick in die Firmendarstellung werfen. Wer hat das Unternehmen wann gegründet? Wer leitet es jetzt? Welche Werte vertritt es? Die Antworten auf diese Fragen helfen dir, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen: Zum einen zeigst du, dass du dich mit der Firma auseinandergesetzt hast. Zum anderen kannst du besser begründen, warum du genau dort arbeiten willst.

„Man kann sich auf jedes Gespräch vorbereiten – vom ersten Händedruck bis zum richtigen Tonfall“

Julia Monzel, Career Service der Universität Köln

Deutschkenntnisse – auch deine Muttersprache kann dir helfen

Ob Deutsch oder Englisch: Manche übertreiben im Lebenslauf mit ihren Sprachkenntnissen. Doch das merken Personalverantwortliche schnell.

Jasmin Fröhlich, Personalleiterin des Familienunternehmens Berner Trading Holding, sagt: „Deutsch ist kein Muss.“ Wer sich allerdings auf einen Job mit viel Kundenkontakt bewirbt, kommt um fließendes Deutsch nicht herum. Aber auch die eigene Muttersprache kann nützlich sein. Bei der Berner Group seien es zum Beispiel russische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Kontakt zu osteuropäischen Tochterunternehmen halten, erklärt Fröhlich. „Wir bilden oft die Führungskräfte in Deutschland aus und schicken sie für einige Zeit in unsere Tochterunternehmen ins Ausland.“

Schätze deine Fähigkeiten und Kenntnisse realistisch ein und stehe offen und ehrlich dazu. Denn: Niemand kann alles auf einmal können – und deshalb wird auch keine perfekte Vita erwartet. „Den ungebrochenen Lebenslauf gibt es nicht“, sagt Fischer. Ein Knick in deinem CV macht dich möglicherweise sogar interessant – vorausgesetzt, du hast eine gute Erklärung dafür.

Bewerbungsunterlagen: Der erste Eindruck entscheidet

Du hast ein interessantes Jobangebot gefunden und willst dich bewerben? Mit der Bewerbung hinterlässt du den ersten Eindruck beim Unternehmen, und der sollte so positiv wie möglich sein. Egal ob digital oder schriftlich: Eine Bewerbung besteht in Deutschland aus:

  • 1. Anschreiben,
  • 2. Lebenslauf und
  • 3. Kopien von Zeugnissen und Zertifikaten. 

In der Stellenausschreibung kannst du meist nachlesen, welche Unterlagen speziell für diese Bewerbung gefordert sind. Achte auch auf das geforderte Dateiformat.

Studierender zeigt seine Bewerbungsunterlagen
Studierender zeigt seine Bewerbungsunterlagen© DAAD/Jan Zappner

Das Anschreiben

Im Anschreiben stellst du dich dem Unternehmen vor. Hier kannst du deine Motivation für diese Stelle erklären. Außerdem solltest du auf das Unternehmen eingehen und darstellen, welche deiner Kompetenzen zu den Anforderungen passen. Lies dir vorher das Jobangebot genau durch. Welche Qualifikationen fordert das Unternehmen? Welche Aufgaben beinhaltet diese Stelle?
 
Im Internet findest du Muster für Bewerbungsschreiben. Du kannst dir zwar Anregungen für Formulierungen holen, aber Achtung: „Jede Bewerbung sollte einzigartig sein. Kopierte Textbausteine aus anderen Bewerbungen sind ein K.O.-Kriterium“, so erfährst du im Bewerbungstraining der Bundesagentur für Arbeit planet-beruf.de. Und: Dein Anschreiben sollte maximal eine DIN-A4-Seite lang sein.

Dein Lebenslauf

Im Lebenslauf (Curriculum Vitae oder CV) stellst du deine Ausbildung, Kenntnisse und Fähigkeiten dar. Deutsche ordnen ihren Lebenslauf . Stattdessen hat der CV in Deutschland eine tabellarische Form mit Kategorien wie persönliche Daten, Sprachkenntnisse und persönliche Interessen.

Achte darauf, dass du nicht zu viele Informationen in den Lebenslauf schreibst – dein letzter Malediven-Urlaub interessiert hier nicht. Das interaktive Portal „Europass“ bietet dir eine Anleitung für die .

Deine Zeugnisse

In die Bewerbung gehören auch Kopien der Abschlusszeugnisse von Studium und Schule. Hast du eine Referenz für ein Praktikum, leg auch diese dazu. Wichtig ist, dass du nicht die Originale, sondern nur Kopien verschickst: Unternehmen senden die Bewerbungsunterlagen oft nicht zurück.

Lass deine Zeugnisse am besten ins Deutsche oder Englische übersetzen, damit deine Leistungen richtig eingestuft werden.

Dein Bewerbungsfoto

In Deutschland wird nicht ausdrücklich gefordert, ein Bewerbungsbild einzureichen, es ist aber üblich. Wähle ein neutrales und aussagekräftiges Porträtbild von dir aus. Auf dem Foto sollten Kopf, Hals und der Oberkörper zu sehen sein, mehr nicht. Es lohnt sich, etwas mehr Geld in professionelle Fotos zu investieren. Urlaubsfotos, Selfies oder private Aufnahmen sind tabu.

Das Bewerbungsbild wird in der Regel rechts oben auf dem Lebenslauf oder auf einem Deckblatt platziert.

Rechtschreibung und Grammatik

Deutsch ist zwar eine komplizierte Sprache, aber Bewerbungen sind durchaus zu meistern. Wenn du unsicher bist, lass die Bewerbung von deutschsprachigen Freundinnen oder Freunden Korrektur lesen. Rechtschreib- und Grammatikfehler werfen ein negatives Licht auf die Bewerbung.

Formalien

Achte auf ein einheitliches Layout und eine saubere Form: weißes Papier ohne Flecken, die gleiche Schriftart und -größe in allen Texten und gut lesbare Scans oder Kopien.

Meist weist das Jobangebot auf die gewünschte Form der Bewerbung hin: schriftlich, per E-Mail oder über ein Onlineformular? An die Anforderung solltest du dich in jedem Fall halten. Will das Unternehmen z. B. die Bewerbung als PDF-Dokument, solltest du sie nicht als Word-Datei oder gar per Post verschicken. Falls du dir nicht sicher bist, ruf am besten beim Unternehmen an, welche Form die Bewerbung haben soll.

Nützliche Bewerbungstipps auf einen Blick

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