Wege nach dem Studium

Wenn du nach deinem Studium in Deutschland arbeiten möchtest, ist dies in der Regel problemlos möglich. Da du durch dein abgeschlossenes Studium in Deutschland eine Hochschulqualifikation erhalten hast, kannst du meist direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen. Den Kontakt zu früheren Mitstudierenden kannst du über Alumni-Netzwerke halten.

Deine Einstiegsmöglichkeiten

In Deutschland gibt es für dich viele Möglichkeiten, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Hier findest du eine Übersicht über gängige Wege und deren Besonderheiten.

Studierende stehen nach dem Abschluss vor einer Universität
Studierende nach dem Abschluss © DAAD/Jan Zappner

Wirtschaft

In Deutschland gibt es neben großen Unternehmen auch Klein- und mittelständische Unternehmen. Diese sogenannten „Mittelständler“ haben höchstens ein paar hundert Angestellte. Viele Mittelständler sind Familienunternehmen, das heißt, sie werden von einer Familie geleitet.

Rund 95 Prozent der deutschen Unternehmen gehören dazu. Sie sind oft erfolgreicher, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn viele haben ihren Hauptsitz in kleineren Orten, sind aber zugleich auf dem Weltmarkt führend. Die meisten bekannten Produkte aus Deutschland, die „Made in Germany“ sind, zählen zu diesem Sektor.  

In der Wirtschaft sind die Gehälter oft verhandelbar und steigen meist je nach Gewinn pro Jahr.

Existenzgründung  

Du hast DIE innovative Idee und möchtest dich selbstständig machen und zum Beispiel ein eigenes Unternehmen gründen?  
Auf der Website der Fachstelle für Migrantenökonomie findest du alle relevanten Informationen für die Existenzgründung nach der akademischen Ausbildung.  

Die Bedingungen sind unterschiedlich, je nachdem, aus welchem Land du kommst und welchen Aufenthaltsstatus du in Deutschland hast.

Student wird zur Existenzgründung beraten
Beratung zur Existenzgründung© DAAD/Jan Zappner

Für manche Berufe musst du eine spezielle Qualifikation nachweisen, wenn du selbstständig arbeiten möchtest. Diese nennen sich „reglementierte Berufe“ (etwa medizinische Berufe). Bei Existenzgründungen wird außerdem zwischen gewerblichen und freien Berufen (zum Beispiel Ärztin, Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüferin, Dolmetscher, Künstlerin) unterschieden. Diese Unterscheidung hat Auswirkungen auf die steuerliche Abrechnung und darauf, ob du ein Gewerbe anmelden musst.

Hochschule und Forschung 

Du möchtest gerne weiter in der Forschung tätig sein? Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten für dich.  
Meist sind die Stellen in der Forschung an Hochschulen befristet, da sie an ein bestimmtes Projekt gebunden sind. Jobs in der Forschung gibt es jedoch nicht nur an Hochschulen, sondern auch in Forschungseinrichtungen und in der Industrie. Oft besitzen große Unternehmen eigene Forschungsabteilungen.  

Auf der Website  findest du Informationen, wie du einen PhD oder Postdoc in Deutschland machen kannst, ebenso wie Informationen zu Voraussetzungen, Karriere- und Fördermöglichkeiten für PhD und Postdoc.

Öffentlicher Dienst und NGOs

Der  bezeichnet in Deutschland die Tätigkeit von Personen der öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Anstalten oder Stiftungen. Man ist beim Bund, den Bundesländern oder in Landkreisen angestellt. Hierzu gehören zum Beispiel Richterinnen und Richter, Angestellte bei der Stadt oder Lehrkräfte, die im Beamtenverhältnis an Schulen arbeiten.  

Die Bezahlung ist durch Tarifverträge festgelegt, die meist im Bund als TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst), bei den Ländern als TV-L (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder) und bei den Kommunen TvöD-VKA (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Kommunen-Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) bekannt sind. Für Ärztinnen und Ärzte sowie für Beamte gelten eigene Tarifverträge. 

 oder Institutionen und  sind zwar teilweise nicht an den öffentlichen Dienst angegliedert, aber daran angelehnt. Das bedeutet, die Tarifverträge gelten hier genauso für die Bezahlung. Auch alle arbeitsrechtlichen Bedingungen, die im öffentlichen Dienst gelten, müssen eingehalten werden.

In Tarifverträgen werden neben dem Gehalt auch standardmäßige Gehaltserhöhungen sowie arbeitsrechtliche Bedingungen geregelt, gemäß denen man nach zwei Jahren entfristet wird oder eine betriebliche Altersversorge erhält. Oft erhältst du bei Versicherungen oder anderen Verträgen eine geringfügige Vergünstigung, wenn du nachweisen kannst, dass du im öffentlichen Dienst tätig bist. Ein solcher Arbeitsplatz bietet insgesamt eine größere Sicherheit als in der freien Wirtschaft. 

So klappt’s mit dem Job in Deutschland

Anerkennung 

Voraussetzung für deinen Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt ist, dass dein Bildungsabschluss anerkannt ist – bei deutschen Abschlüssen ist das automatisch der Fall. Wenn du deinen Abschluss allerdings im Ausland gemacht hast (egal ob du aus der EU oder einem Drittstaat kommst), solltest du prüfen, ob dieser in Deutschland anerkannt ist.  

Für manche Berufe ist es Pflicht, deinen Abschluss anerkennen zu lassen, auch manche Arbeitgeber fordern dies explizit.

Die Jobsuche: Möglichst früh anfangen 

Studierende aus Ländern außerhalb der EU dürfen nach Ende ihres Studiums maximal 18 Monate zur Jobsuche in Deutschland bleiben. Die gehen schneller vorbei, als dir lieb ist. Darum solltest du bereits im letzten Semester deines Studiums mit der Jobsuche beginnen – „spätestens vier Monate vor Ende des Studiums“, empfiehlt Maria-Theresia Jansen von der Agentur für Arbeit in Bonn. Als Berufsberaterin im Team Akademische Berufe kümmert sie sich seit 30 Jahren vor allem um internationale Absolventinnen und Absolventen, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen.

Während du einen Job suchst, darfst du so viel arbeiten, wie du willst: Nach dem Aufenthaltsrecht gibt es keine zeitlichen Einschränkungen fürs Arbeiten während der Suche.

Vor der Jobsuche: Selbstanalyse 

Bevor du dich auf die Jobsuche machst, solltest du dir folgende vier Fragen stellen:  

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was will ich?
  • Was ist möglich?

Maria-Theresia Jansen bezeichnet das als „Innere Inventur“. Beantworte die Fragen in Ruhe und ehrlich, denn diese Selbstanalyse erspart dir später viel Zeit, die du durch zielloses Suchen verlieren würdest.

„Wichtig ist es, auch die angrenzenden Fachgebiete zu betrachten und das eigene Wissen zu transferieren."

Maria-Theresia Jansen, Berufsberaterin

Warum die Beantwortung der Fragen sinnvoll ist, erklärt die erfahrene Berufsberaterin so: „Viele Absolventen suchen nur nach Stellen, die 1:1 auf das passen, was sie im Studium gemacht haben. Alles andere wird direkt ausgeblendet.“ Ein großer Fehler, wie Jansen betont, denn mit diesem „Tunnelblick“ machen sich die Leute unnötig das Leben schwer. Erweitere deine Suche, es muss nicht immer haargenau das sein, was du im Studium gelernt hast! „Wichtig ist es, auch die angrenzenden Fachgebiete zu betrachten und das eigene Wissen zu transferieren.“

Nicht nur das Internet hilft bei der Jobsuche 

Verschaffe dir einen Überblick über die verschiedenen Branchen und Unternehmen. Karrieremessen für Absolventinnen und Absolventen sowie Fachtagungen eignen sich hervorragend, um sich zu informieren und Kontakte zu knüpfen. Informationen zu solchen Messen findest du oft am Schwarzen Brett im Fachbereich der Hochschule, ebenso wie Stellenangebote von Unternehmen.  

Natürlich wirst du im Internet in unzähligen Suchmaschinen fündig werden, aber auch deine Hochschule kann dir helfen. Das Career Center hat meist eine Datenbank, in der du recherchieren kannst. Außerdem hilft dir der Karriereservice beim Start ins Berufsleben: Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen, Coaching fürs Bewerbungsgespräch, Vorträge von Unternehmen – die Angebote sind vielfältig und oft kostenlos. 

Wichtig: Deutsch lernen 

Nicht zu vergessen: die Sprache. „Ohne Deutschkenntnisse ist die Auswahl an Jobs sehr begrenzt“, sagt Jansen. Ein Sprachkurs während des Studiums ist darum eine gute Idee. Denn natürlich kannst du an einer deutschen Hochschule komplett auf Englisch studieren. Auch für deine Mitstudierenden mag es kein Problem sein, dir auf Englisch oder Französisch zu antworten. Aber für den zwischenmenschlichen Kontakt mit deinen zukünftigen Kolleginnen und Kollegen ist es unbedingt ratsam, die deutsche Sprache zu lernen. Wissenswertes dazu erfährst du 

Alumni: Dauerhaftes Netzwerk aus gemeinsamen Erfahrungen  

Als Alumni bezeichnet man alle Studierenden, die einen Abschluss an derselben Hochschule gemacht haben. Dem DAAD ist der Kontakt zu den Alumni ein sehr wichtiges Anliegen. Deshalb finanziert er Veranstaltungen von DAAD-Alumni in Deutschland und im Ausland, fördert DAAD-Alumnivereine und die Alumniarbeit deutscher Hochschulen, informiert und vernetzt Alumni aus aller Welt. Für bestimmte Gruppen unterstützt er zudem Wiedereinladungen oder zum Beispiel den Kauf von Sachmitteln oder Fachliteratur.  
 
Ziel ist es jeweils, die Bindung der ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten an Deutschland oder das Gastland zu erhalten, ein aktives und stetig wachsendes weltweites Netzwerk zu knüpfen und mit den Alumni in guter Partnerschaft zusammenzuarbeiten. 

Die Alumni-Förderung des DAAD 

Mit unseren Alumniprogrammen möchten wir Alumni sowie ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten weiter unterstützen und bieten ihnen als Teil des weltweiten DAAD-Alumninetzwerks verschiedene Fördermöglichkeiten an. Die Förderprogramme richten sich überwiegend an DAAD-Alumni. Die fachlichen Alumni-Sonderprojekte sind offen für Deutschland-Alumni.

Die Verbindung der Alumni untereinander und zum DAAD wird in über 160 Alumnivereinen weltweit gelebt. Der DAAD schätzt die Alumnivereine als wichtige Partner für den internationalen Austausch und als Motor für die Alumniarbeit vor Ort. Das Engagement der Alumnivereine trägt einen wichtigen Teil zu der Nachhaltigkeit der DAAD-Stipendienprogramme bei. Die Vereine sind eigenständige Organisationen, die ihre Angelegenheiten, ihre Zusammensetzung und ihre spezifischen Zielsetzungen autonom regeln.  

Der DAAD fördert die Arbeit der Vereine: einerseits materiell, etwa durch Zuschüsse zu Veranstaltungen, Publikationen und IT-Ausstattung. Andererseits immateriell, durch Aufnahme in bestimmte Listen, PR-Arbeit und gemeinsame Aktivitäten. 

Karriereservice