Medizinstudium und Facharztausbildung

Du möchtest Ärztin oder Arzt werden? Mit diesem Traum bist du nicht allein. An deutschen Unis sind Studienplätze in der Humanmedizin heiß begehrt. Hier erfährst du, welche Voraussetzungen es gibt, wie du dich bewerben kannst und wie es nach dem Staatsexamen weitergehen kann.

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Medizin: Ein Studium, viele Möglichkeiten

Medizinerinnen und Mediziner haben einen spannenden und abwechslungsreichen Beruf. Mehr als dreißig Fachgebiete stehen ihnen in Deutschland zur Auswahl, von der Augenheilkunde bis zur Rechtsmedizin. Daher erscheint vielen, die am Anfang ihres Studiums stehen, eine Zukunft als Ärztin oder Arzt besonders attraktiv. Es kann daher schwierig sein, an deutschen Universitäten einen der begehrten Studienplätze für Humanmedizin zu bekommen.

Auswahlverfahren für begehrte Plätze

Bundesweit gilt ein Numerus clausus, das ist eine zentrale Zulassungsbeschränkung, die sich an der Abiturnote orientiert. An manchen Hochschulen wird zusätzlich ein Test für Medizinische Studiengänge (TMS, auch „Medizinertest“) verlangt. Das ist ein fachspezifischer Studierfähigkeitstest, der das Verständnis für naturwissenschaftliche und medizinische Problemstellungen prüft. Er findet einmal im Jahr statt.

Im Vergleich zu anderen Studiengängen sind die Ansprüche besonders hoch: Das Studium ist sehr lernintensiv und beinhaltet viele Prüfungen.

Stationen auf dem Weg in den Beruf

Das Studium der Humanmedizin dauert mindestens sechs Jahre und drei Monate. Im Gegensatz zu medizinverwandten Studiengängen wie den Gesundheits- und Pflegewissenschaften ist es nicht in Bachelor und Master eingeteilt, sondern wird mit dem sogenannten Staatsexamen beendet. Der Aufbau des Studiums ist über die Ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO) in ganz Deutschland einheitlich geregelt. Von der Ausbildung in anderen Ländern unterscheidet sich das Studium in einigen Punkten.
Nach dem Grundstudium (vier Semester) und dem ersten von insgesamt drei Abschnitten der sogenannten „Ärztlichen Prüfung“ folgt das Hauptstudium (sechs Semester). Es führt dich näher an die berufliche Praxis heran. Anschließend verbringen Studierende ein „Praktisches Jahr“ (PJ) in einer Klinik oder in einem Krankenhaus. Du arbeitest in der Chirurgie, in der Inneren Medizin und auf einer weiteren Station deiner Wahl. Dein Studium endet mit dem Staatsexamen.

Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt

Wenn du den mündlichen Teil deines Examens geschafft hast, ist dein Medizinstudium abgeschlossen. Deine Zulassung, die „Approbation“, kannst du schon kurz vor der mündlichen Prüfung beantragen. Wenn du dich für die Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt entscheidest, musst du weitere fünf bis sechs Jahre einplanen: Die Weiterbildung findet in Universitätskliniken oder anderen Einrichtungen statt, die ausbilden dürfen.

Wichtig: Belastbarkeit

Gute Deutschkenntnisse sind für ein Medizinstudium an einer deutschen Universität absolut notwendig. Die medizinische Fachliteratur ist zwar häufig englischsprachig, die Vorlesungen und Prüfungen sind es in der Regel jedoch nicht. Wichtig: Auch naturwissenschaftliche Fähigkeiten spielen gerade in den ersten Semestern eine große Rolle. Das sogenannte „Physikum“, die Prüfung am Ende des Grundstudiums, umfasst Grundlagenfächer wie Physik, Chemie, Biologie, Physiologie oder Anatomie.
Wer erfolgreich Medizin studieren will, braucht Einfühlungsvermögen, Hartnäckigkeit und muss gut mit Stress umgehen können. Das sind Eigenschaften, die später auch im Beruf wichtig sind.

Fachleute der Medizin: Einsatz nicht nur bei Krankheit

Etwa 10.000 Studienabschlüsse in der Humanmedizin werden an Hochschulen in Deutschland jedes Jahr erteilt. Eine Stelle im Krankenhaus zu finden oder sich niederzulassen ist außerhalb der großen Städte nicht schwer: Vor allem in den ländlichen Regionen werden Hausärztinnen und Hausärzte dringend gesucht. Die Medizin macht immer größere Fortschritte und die Menschen in Deutschland werden älter. Daher müssen sie häufiger und aufwendiger behandelt werden. Die Berufsaussichten sind also auch in Zukunft bestens.
Doch interessante Jobs gibt es auch außerhalb von Arztpraxen und Krankenhäusern: Medizinisches Fachwissen ist längst nicht nur dort gefragt, wo es direkt um kranke Menschen geht. Aufgaben in der Medizintechnik, in der pharmazeutischen Industrie oder in der Verwaltung von Kliniken sind ebenfalls eine Option für alle, die ein Medizinstudium abgeschlossen haben. Und selbst in der Unternehmensberatung oder in der Versicherungsbranche werden diese Fachleute gern eingesetzt.

Alternative: Studium der Gesundheitswissenschaft

Im Gesundheitswesen werden nicht nur Ärztinnen und Ärzte gebraucht. Die Gesundheit einer ganzen Bevölkerung steht im Mittelpunkt der Gesundheitswissenschaft, auch „Public Health“ genannt. Sie untersucht die Wechselwirkung zwischen Menschen und ihrer Umwelt, entwickelt Strategien zur Bewältigung von gesundheitlichen Problemen und befasst sich mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen.
In diesen Studiengängen wirst du auf verschiedene Einsatzgebiete in der Gesundheitswirtschaft vorbereitet. In der betrieblichen oder kommunalen Gesundheitsförderung sind gut ausgebildete Gesundheitswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ebenso gefragt wie in der Pharmaindustrie, bei internationalen Organisationen und im Verbraucherschutz. Der Fachbereich umfasst Bachelor- und Masterstudiengänge im Gesundheitsmanagement, in der Gesundheitsökonomie oder Gesundheitspädagogik. Einige der Studiengänge setzen eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, das sind häufig berufsbegleitende Angebote. Sie richten sich an Menschen, die schon in einem Therapie-, Pflege- oder sozialen Beruf arbeiten. Das Studium vermittelt medizinische, gesundheits- und sozialwissenschaftliche Kenntnisse, aber auch fachbezogene Aspekte der Psychologie und Ökonomie.

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