Money, money, money... - Deutschland vs. China in Sachen Wohnheime

Über die unterschiedlichen Wohnheimsituationen in Bielefeld und Shanghai

Zuerst möchte ich angeben, dass ich ein sogenannte „Selbstbezahler“ bin – ich habe, nicht wie alle die andere TeilnehmerInnen in meinem Kurs, kein Stipendium. Das heißt, die Monatsmiete für das Wohnheim an der Uni Bielefeld, die von meinem eigenen Geldbeutel ausgegeben werden muss – welche für gut ein ganzes Jahr im Wohnheim an meiner Uni in China schon genug ist –, ist für mich keine kleine Summe. Deshalb setzte ich ganz große Erwartung in die Wohnsituation an der Uni Bielefeld. Glücklicherweise enttäuschte mich meine aus gemeinsamer Küche, Dusche, Wohnzimmer und fünf Einzel-Schlafzimmern bestehende WG gar nicht. Eine totale positive Überraschung.

Doch habe ich schon von manchen meiner neuen Freunden erfahren, wie besser ihre Zimmer in z.B. Irland oder sogar Ägypten als hier in Bielefeld sein sollen. Allerdings beim folgenden Vergleich mit der Wohnsituation der chinesischen Studenten wird es anschaulich, warum mir meine Unterkunft hier in Bielefeld ganz gut gefällt.

In einem Land mit solcher großen Bevölkerung, und in einer Stadt mit solchen hohen Preise der Immobilien, nämlich Shanghai, studiere ich. Deshalb ist mir kein Wunder, dass ich im Wohnheim jeden Tag mit 3 anderen Jungen in EINEM Schlafzimmer übernachten muss. Die Bezeichnung „Schlafzimmer“ könnte ein bisschen irreführend sein, weil sich unser sogenanntes Wohnheim aus eigentlich nur diesem ungefähr-10-Quadratmeter Zimmer, wo sich 4 hohe Bette und darunter 4 Schreibtische befinden, plus einem knapp-1-Quadratmeter Wasserklosett, wo nur eine Toilette besteht, aussetzt. Wenn man eine Dusche nehmen wollte, dann müsste man Shampoo, Tuch, neue Unterhose und alle andere mitnehmen und in das einzige Badezimmer auf Erdstock gehen, wo natürlich schon viele junge Männer neben einander nackt im Nebel stehen. Ohne Küche, ohne Kühlschrank, also die Unmöglichkeit des Selbstkochens, was die europäischen Studenten unvorstellbar finden, wird von 10 fast immer offenen Mensen auf dem Campus und vielen sehr günstigen Restaurants in der Nähe ausgeglichen.

Obwohl die Miete in China wegen der Subvention des Staates viel viel günstiger als in Deutschland ist, könnte das Wohnheim in China auch nur eine beschränkte Möglichkeit den Bewohnern bieten. Im Wohnheim hier in Bielefeld könnte ich mit meinen Mitbewohnern zusammen essen, trinken, uns unterhalten und sogar Partys machen. Falls ich Ruhe brauchte, könnte ich einfach die Tür meines Schlafzimmers zumachen und ohne Störung lesen, arbeiten oder Schläfchen machen. Allerdings wegen der zu schlichten und zweckmäßigen Ausstattung dient mir mein Wohnheim in China nur als eine bescheidene Ort zu schlafen.

Zuletzt möchte ich auch das erwähnen, nämlich den individuellen Freiraum — das ist was mir im Wohnheim in Bielefeld am besten gefällt, was im Wohnheim Chinas fehlt, und auch was wir Chinesen größeren Wert darauf legen sollen.

 

Angqi Li, Shanghai Jiaotong University, China

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