Studieren mit Behinderung

Es ist selbstverständlich möglich, mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit in Deutschland zu studieren. Die meisten Hochschulen haben spezielle Angebote für Studierende, die eingeschränkt sind. Eine frühzeitige Planung ist jedoch wichtig.

WAS BEDEUTET GLEICHSTELLUNG AN DEN HOCHSCHULEN FÜR DICH?

An der Hochschule kann durch verschiedene Maßnahmen ein Nachteilsausgleich für dich geschaffen werden, der dir ermöglicht, an den Unterrichtsinhalten und Prüfungen gleichermaßen wie andere Studierende teilzunehmen.

Bewerbung und Zulassung

Schon bei der Bewerbung bzw. Zulassung zu einem Studiengang kannst du einen Nachteilsausgleich erhalten: Wenn du spezielle Voraussetzungen für den Studiengang aufgrund deiner Behinderung oder chronischen Krankheit nicht nachweisen kannst, können auch andere Leistungen zählen, mit denen du die Voraussetzungen erfüllst. Erkundige dich hier am besten direkt an der Hochschule im Fachbereich deines Studiengangs.

Da du oft mehr Vorbereitungszeit für deinen Aufenthalt in Deutschland benötigst, erhältst du an den Hochschulen früher als andere Studierende eine Benachrichtigung, ob du zum Studiengang zugelassen bist. So bleibt genügend Zeit, alles strukturiert vorzubereiten, sodass du dich während deines Studienaufenthaltes rundum wohlfühlen kannst und alles hast, was du benötigst.

Studium und Prüfungen

Die Hochschulen haben die Aufgabe, stets Alternativlösungen zu finden, wenn sich ein Nachteil für dich aufgrund deiner Behinderung oder chronischen Krankheit ergibt. Das bedeutet, dass die Prüfungsordnungen der Studiengänge auch chancengerechte Möglichkeiten für dich aufzeigen müssen. Wenn du z. B. blind bist, müssen Alternativlösungen visuelle Prüfungsfragen gefunden werden.

Ein Beratungsgespräch zwischen einer Hoschulmitarbeiterin und einem Studierenden
Beratungsgespräch© DAAD/Abbis

Die Studienstruktur, die im Bachelor- und Mastersystem oft sehr klar festgelegt ist, kann für dich mit der Hochschule flexibel je nach deinen Bedürfnissen gestaltet werden. Die Regelungen dafür sind meist bereits in der Studien- und Prüfungsordnung deines Studiengangs festgelegt. Am besten erkundigst du dich bei deiner Hochschule nach den jeweiligen Regeln, die jede Hochschule unterschiedlich festlegen kann.

Auf deinen Abschlusszeugnissen oder dem Abschließen der einzelnen Kurse dürfen alle diese Nachteilsausgleiche aber nicht vermerkt werden. Das heißt, dein Zeugnis sieht genauso aus wie das von allen anderen Studierenden.

Du kannst also ein ganz normales Studium aufnehmen mit den auf dich persönlich angepassten flexiblen Strukturen wie alle anderen Studierenden auch.

Hilfe und Beratung

Wenn du in Deutschland studieren willst, solltest du dich so früh wie möglich beraten lassen. Im Folgenden findest du hilfreiche Anlaufstellen. 

Finanzierung und Stipendien für Studierende mit Behinderung

Wenn du mit einem Stipendium nach Deutschland kommst, kannst du oft zusätzliche Leistungen, etwa für spezielle Wohneinrichtung etc. erhalten. Dies ist jedoch je nach Stipendium individuell. Z. B. kannst du bei Erasmus zusätzliche Gelder für deinen Aufenthalt beantragen.

Es gibt jedoch auch Stipendien speziell für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Frage dazu am besten direkt an deiner Hochschule nach.

Wenn du spezielle Medikamente benötigst, solltest du dich vorher genau informieren, ob die Medikamente bei dem Abschluss einer für deinen Aufenthalt in Deutschland weiterfinanziert werden.

Wohnheim
Wohnheim © DAAD/contentküche

Wohnen für Studierende mit Behinderung

Du kannst dich für einen Platz im bewerben und wirst an vielen Hochschulen bevorzugt behandelt. So hast du meist sehr gute Chancen, direkt einen Wohnheimplatz zu erhalten. Beachten solltest du jedoch, ob du spezielle Einrichtungen oder Gegebenheiten benötigst. Dies solltest du vorher abklären bzw. spätestens bei der Bewerbung um einen Wohnheimplatz dem Studierendenwerk mitteilen.

 

Fachwörter, die du kennen solltest

Im Folgenden erklären wir einige Begriffe, die dir bei der Organisation deines Aufenthaltes helfen können. 

PLANE IM VORAUS

Wichtig ist es, so früh wie möglich mit der Planung zu beginnen. Um alles gut organisieren zu können, solltest du ungefähr zwei Jahre vorher anfangen, dich zu informieren und alles vorzubereiten, bis du ins Ausland gehen möchtest. Aber auch ein kürzerer Zeitraum ist möglich, je nach deiner Behinderung oder chronischen Krankheit.