Finanzierung

Deutschland ist im europäischen Vergleich nicht übertrieben teuer: Die Kosten für Lebensmittel, Wohnung, Kleidung und kulturelle Angebote liegen nur leicht über dem EU-Durchschnitt. Unsere Rechenbeispiele zeigen dir, was ein Studium in Deutschland kosten kann.

867 Euro im Monat zum Leben  

Rund 867 Euro monatlich – so hoch sind die Lebenshaltungskosten durchschnittlich, wenn du in Deutschland studierst. Mit folgenden Kosten musst du rechnen: 

  • Semesterbeitrag, 
  • Lebenshaltungskosten (Miete, Essen, Kleidung, Bücher, Telefon etc.), 
  • Kosten für eine Krankenversicherung und 
  • – je nach Bundesland – eventuell Studiengebühren.
Internationale Studierende in der Freizeit
Internationale Studierende in der Freizeit© DAAD/Jan Zappner

Je nachdem, an welchen Hochschulstandort du gehen möchtest und wie sparsam du lebst, kannst du die monatlichen Kosten für dein Studium deutlich reduzieren. Etwa, indem du ein Fahrrad statt öffentlicher Verkehrsmittel benutzt, durch Mensabesuche deine Lebensmittelkosten pro Monat reduzierst oder in eine WG ziehst. Andere Kosten wiederum sind fix und lassen sich nicht senken: Den größten Anteil der monatlichen Ausgaben macht die Wohnungsmiete aus. Allerdings variiert sie im Städtevergleich. Studierende zahlen je nach Hochschulort pro Monat zwischen 290 und 560 Euro für eine Unterkunft. In einigen Großstädten wie Köln, München, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt am Main sind die Mieten überdurchschnittlich hoch.

Das bedeutet: 867 Euro sind nur ein Richtwert – du kannst also auch mit weniger auskommen oder eventuell in manchen Städten mehr benötigen. Die meisten Studierenden wohnen in einem  oder in einer . Eine eigene Wohnung ist dagegen meist recht teuer. Zu Beginn solltest du auch die Kaution für das Zimmer oder die Wohnung einplanen. Die Höhe der Kaution ist sehr unterschiedlich. Meist musst du mehrere hundert Euro hinterlegen.

Semesterbeitrag

Alle Studierenden einer Hochschule müssen einen Semesterbeitrag bezahlen. Er besteht aus Beiträgen für das Studentenwerk und die studentische Selbstverwaltung (AStA). Der Semesterbeitrag variiert je nach Hochschule und liegt zwischen 100 und 350 Euro. Er wird bei der Einschreibung für das Studium und vor Beginn jedes neuen Semesters fällig. Ob weitere Kosten für das Studium entstehen, zum Beispiel für Arbeitsmaterialien wie Fachbücher und Kopien, hängt vom Studienfach ab.

An vielen Hochschulen sind im Semesterbeitrag auch die Kosten für ein Semesterticket enthalten. Damit kannst du ein halbes Jahr lang in der Umgebung deiner Hochschule kostenfrei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Je nach Ort und Reichweite des Tickets kann es von 25 Euro bis zu 200 Euro kosten und ist dann bereits im Semesterbeitrag enthalten. An manchen Unis musst du das Semesterticket jedoch zusätzlich zu dem Semesterbeitrag zahlen. Dann kannst du meist aber entscheiden, ob du das möchtest: Wohnst du etwa in der Nähe der Hochschule, brauchst du das Ticket vielleicht nicht.

Studentin rechnet
Studentin rechnet© DAAD/Jan Zappner

Studiengebühren

Staatliche Hochschulen verlangen für Bachelorstudiengänge sowie für viele Masterstudiengänge in der Regel keine Studiengebühren. In einigen wenigen Bundesländern gibt es jedoch Gebühren für ein Zweitstudium oder ein Langzeitstudium.

Ausnahme: Seit dem Wintersemester 2017/18 erhebt das Bundesland Baden-Württemberg Studiengebühren für Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger in Höhe von 1.500 Euro pro Semester für das Studium (Bachelor, Master, Diplom, Staatsexamen). Promovierende sind von den Gebühren nicht betroffen. Studierende, die ihr Studium in Baden-Württemberg vor diesem Zeitpunkt aufgenommen haben, zahlen bis zum Studienabschluss keine Studiengebühren.

Für einzelne Masterprogramme und Online-Studiengänge müssen hingegen Studiengebühren bezahlt werden, die teils hoch sind: in wenigen Ausnahmefällen sogar mehr als 10.000 Euro pro Semester. Private Hochschulen verlangen zumeist sehr hohe Studiengebühren.

Die Höhe der Studiengebühren sagt in Deutschland nichts über die Qualität der Ausbildung aus. Auch die kostenfreien Studiengänge haben eine sehr gute Qualität.

Krankenversicherung 

Wer sich an einer deutschen Universität einschreiben möchte, benötigt eine Krankenversicherung – das gilt auch für Studierende aus dem EU-Ausland. Für sie reicht der Nachweis einer gesetzlichen Krankenversicherung in ihrem Heimatland. Falls der Versicherungsschutz, den du in deinem Heimatland hast, nicht in Deutschland gültig ist, musst du dich hier versichern. In einer gesetzlichen Krankenkasse kostet das rund 110 Euro pro Monat, wenn du nicht älter als 30 Jahre alt bist oder das 14. Fachsemester noch nicht beendet hast. Danach steigt der Mitgliedsbeitrag auf mindestens 166 Euro pro Monat.

Stipendienprogramme für Studierende

Es gibt viele Fördermöglichkeiten für deinen Studienaufenthalt in Deutschland. Der DAAD bietet Stipendienprogramme für deutsche und ausländische Studierende, Graduierte sowie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an.

Weitere Stipendien für internationale Studierende gibt es bei parteinahen Stiftungen, konfessionellen Einrichtungen oder wirtschaftsnahen Organisationen.

Bitte beachte, dass die Förderung eines gesamten Studiums vom ersten bis zum letzten Semester beim DAAD und den meisten anderen Institutionen oft nicht möglich ist. Meist werden auch keine Studienanfängerinnen bzw. -anfänger gefördert. Die Auswahlverfahren sind sehr streng. Du solltest auch wissen, dass kein genereller Anspruch auf ein Stipendium besteht.

Erasmus+

Für Studierende aus einem der 28 EU-Länder sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Türkei und Mazedonien gibt es besondere Austauschprogramme. Ein Beispiel ist das Programm Erasmus+.  

Damit werden einzelne Auslandsaufenthalte (Studium und Praktikum) von drei (beim Studium) bzw. zwei (beim Praktikum) bis zwölf Monaten gefördert. Je nach Studienphase (Bachelor, Master, Promotion) steht dir bei Erasmus+ insgesamt ein Förderzeitraum von zwölf Monaten zur Verfügung. Du kannst diese Förderung pro Studienphase erhalten und bekommst einen monatlichen Förderbetrag. Die Höhe bestimmt deine Heimathochschule, die sie nach Vorgaben der Europäischen Kommission festlegt. Erasmus+-Studierende sind außerdem von den Studiengebühren an der Gasthochschule befreit.  

Information und Beratung zu den verschiedenen Möglichkeiten, Bewerbungsverfahren und Antragsfristen erhältst du beim Akademischen Auslandsamt deiner Hochschule und 

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