Oktoberfest

Auf dem Oktoberfest
Auf dem Oktoberfest© DAAD/Johanna Wendel

Weißbier, Achterbahnen und ganz viele Menschen: Das Oktoberfest ist weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Jährlich kommen bis zu sieben Millionen Besucher in die bayerische Hauptstadt München, um das größte Volksfest der Welt mitzuerleben.

Immer wieder anders und doch immer wieder typisch

Im Laufe der Zeit hat sich das Oktoberfest immer wieder verändert, erweitert und entwickelt: So wurde zum Beispiel das Pferderennen abgeschafft und es kamen immer mehr große Bierzelte und Fahrgeschäfte wie Karusselle, Geister- und Achterbahnen dazu, die bis heute zu den Wiesn gehören. Neben großen Bierzelten von bekannten bayerischen Brauereien und Karussellen für Erwachsene und Kinder gibt es aber noch viele andere Traditionen, die das Oktoberfest ausmachen. Wer wie die brasilianische Studentin Larissa das Oktoberfest zum ersten Mal besucht, lernt einiges über Traditionen, Bräuche – und das Anstehen vor den Festzelten.

Laura, Johanna und Larissa in Dirndl
Laura, Johanna und Larissa in Dirndl© DAAD/Johanna Wendel

Besuch des Oktoberfests mit Larissa aus Brasilien

„Ich war noch nie auf dem Oktoberfest, obwohl ich schon seit fünf Jahren in München wohne“, gibt Larissa zu, bevor wir das Festgelände betreten. Larissa kommt ursprünglich aus Brasilien und macht ihren Master in Bauingenieurwesen an der Technischen Universität in München. Nun hat sie sich entschieden, das Oktoberfest zu besuchen, um ihre Wahlheimat noch besser kennenzulernen.

„Links gebunden bedeutet Single, rechts vergeben“

Larissa trägt ein traditionelles Dirndl, das sie sich von einer Freundin geliehen hat. Sie zeigt auf das Band, das mit einer Schleife um ihre Hüfte gebunden ist und erklärt: „Links gebunden bedeutet Single, rechts vergeben.“ Das sei hier so eine Tradition, die sie von einer Münchner Freundin kennt – aber ob die Leute das wirklich ernst nehmen, da ist sie sich nicht so sicher.

Alpina Achterbahn
Alpina Achterbahn© DAAD/Johanna Wendel

Auf dem Festgelände

Als erstes steigt einem der Duft von Lebkuchen in die Nase, der von einem Stand links neben dem Eingang herüberweht. Rechts versuchen Männer in Lederhosen auf dem ältesten Fahrgeschäft des Oktoberfests, dem Toboggan, ein Laufband hochzurennen und dabei nicht auszurutschen. Als Belohnung dürfen die kühnen Helden, die es hinaufgeschafft haben, anschließend auf einer Rutsche wieder herunterrutschen. Einige Leute bleiben stehen und vergnügen sich beim Anblick der stolpernden Männer.

Es ist der letzte Samstag des Oktoberfests und das Gelände brechend voll. Das Wetter ist grau, was bei den strahlenden Gesichtern aber kaum auffällt. „Ein solches Fest gibt es in Brasilien nicht. Meine Mutter könnte sich gar nicht vorstellen, wie riesig das ist“, erklärt Larissa, während es an Souvenirständen und Menschengruppen vorbeigeht. Sie will sich gleich mit ihren Freundinnen treffen, um dann einen der beliebten Plätze in einem der insgesamt 14 Festzelte zu ergattern: Nur hier wird die berühmte Maß ausgeschenkt, die auf dem Rest des Geländes nichts zu suchen hat.

Das Betreten des Festzelts gestaltet sich schwieriger als gedacht. Es ist bereits 15 Uhr und die meisten Gäste suchen sich ihren Platz im Festzelt bereits morgens oder reservieren schon Monate vorher. Jetzt ist erst einmal langes Warten angesagt. „Die Türsteher sehen nicht bestechlich aus“, witzelt Larissa. Eine gute Stunde dauert es.

Oktoberfestzelt
Oktoberfestzelt© DAAD/Johanna Wendel

Im Festzelt

Von innen wirkt das Zelt viel größer, als die Fassade vermuten lässt. Hier haben über 8.000 Menschen Platz, und dieser wird auch komplett ausgefüllt. Und auch wenn die Luft schon etwas dünn geworden ist, sind die Besucherinnen und Besucher in Feierlaune. Dafür sorgt auch eine Musikkapelle, die auf einer Bühne in der Mitte des Zelts spielt.

Larissa schaut sich den großen Maßkrug an, der vor ihr steht. „So viel Bier trinke ich sonst nie. Aber deswegen kommen die meisten Leute ja hierher“, sagt sie. Dann singt sie gemeinsam mit den anderen an ihrem Tisch die altbekannten Oldies und modernen Popklassiker mit – und bleibt etwas länger als geplant.  

Dirndl, Maß und Hendl sind allgegenwärtig

Auch wenn der bayerische Dialekt immer weniger gesprochen wird, auf der Wiesn sieht das anders aus: Hier hat er nichts von seinem Charme verloren und ist in jeder Ecke der Festwiese wiederzufinden. Hier findest du die wichtigsten Begriffe.

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